"Namibia - das
herbe Paradies in Afrika"
Namibia
ist das Land der Wüste, genauer gesagt, der vier Wüsten. Die Kalahari als Teil
der Baum- und Strauchsavanne, die Nama Karoo, die Sukkulenten Karoo und die Namib
bieten eine unglaubliche Vielfalt an Landschaften und Lebensbedingungen für Flora
und Fauna. Namibia, auf Europas Landkarte gelegt, würde von Rom im Süden bis London
im Nord-Westen und Berlin im Osten reichen, im Wesentlichen erschlossen durch
4.000 Kilometer Teerstraße und 38.000 Kilometer Schotterpiste, die je nach Verkehrsdichte
wöchentlich, monatlich oder alle Schaltjahr gepflegt werden. Mit 825.000 km² ist
Namibia mehr als dreimal so groß wie die alte Bundesrepublik, besiedelt nur von
ca. 1,4 Millionen Einwohnern. Das Land ist also viel zu groß, um in 2 Wochen auch
nur die Hälfte zu sehen. Beschränken wir uns daher auf die fotografisch interessantesten
Punkte.
Tag 1 - 27./28.
September 2008 (Samstag/Sonntag)
Nachtflug mit Air Namibia von Frankfurt (Abflug am Samstag um 22.45 Uhr) non-stop
zur Hauptstadt Windhuk (Ankunft am Dienstag um 7.45 Uhr morgens) In Windhuk übernehmen
wir als erstes unsere Mietwägen (was erfahrungsgemäß recht lange dauern kann und
wir daher für diesen ersten Tag nicht so viel einplanen). Das Aufregendste ist
die Umstellung auf Linksverkehr; man sollte alles vergessen, was man an Überlebensregeln
auf deutschen Straßen verinnerlicht hat, links kommt jetzt vor rechts und beim
Abbiegen um Gottes Willen nicht die rechte Spur anpeilen! Wir fahren zum Hotel,
das direkt im Stadtzentrum liegt. Daher können wir von dort aus zur Einstimmung
auf Afrika einen Stadtrundgang zu Fuß unternehmen, um die interessantesten Plätze
zu besuchen (u. a. die Alte Feste, das Reiterdenkmal, die Christuskirche, den
Tintenpalast, den Zoo Park, den Freiluftpark mit afrikanischem Kunstgewerbe,...)
Tag 2 - 29. September
2008 (Montag)
Von Windhuk aus fahren
wir nach dem Frühstück Richtung Süden auf der B 1, die durchgehend asphaltiert
ist und daher ideal für den Einstieg ins Abenteuer Namibia. Wir passieren einige
Städtchen, sehen Ausläufer der Kalahari und interessante Flora und Fauna, bevor
wir uns spätestens zum Sonnenuntergang am Köcherbaumwald sowie den Steinsformationen
"Giants Playground" einfinden. Der Köcherbaum als Silhouette hat Symbolcharakter,
da es sich um die Nationalpflanze Namibias handelt. Achtung: die Zeit der Dämmerung
scheint in Namibia nicht zu existieren, es wird schlagartig dunkel, sobald der
Sonnenball einmal "ins Rutschen" geraten ist. Wir sollten daher auf alle Fälle
Taschenlampen mitführen.

Tag
3 - 30. September 2008 (Dienstag)
Je nachdem, ob wir den Sonnenuntergang gestern am Köcherbaumwald oder den Steinsformationen
des Giants Playground erlebt haben, besuchen wir die jeweilig andere Location
zum Sonnenaufgang. Danach stärken wir uns bei einem guten Frühstück für die Weiterfahrt
westwärts bis zur heutigen Endstation Aus, einer kleinen Ansiedlung vor schroffer
Felsenkulisse, ganz in der Nähe der legendären Wildpferde, die hier in der Namib
leben. Da man auf eigene Faust sehr viel Glück benötigt, die größte Attraktion
dieser Region zu sehen, buchen wir schon von Deutschland aus eine geführte Tour
zur Wasserstelle Garup und durch das Gebiet der Wilden Pferde, wo wir eventuell
die ausgelassen herumtobende Herde vor den Dünen beobachten und fotografieren
können. Ich werde versuchen, eine geführte Tour zum Abendlicht hin in das gesperrte
Gebiet zu bekommen (2-3 Stunden).

Tag
4 - 1. Oktober 2008 (Mittwoch)
Nach
Diamantenfunden 1908 entstand mitten in der Namibwüste ein Ort mit prachtvollen
Häusern. Heute bietet die verlassene Diamantensiedlung Kolmanskuppe viele reizvolle
Fotomotive, die wir auf keinen Fall missen dürfen. Daher fahren wir gleich morgens
zum besten Fotolicht in diese von Aus etwa 100 km entfernte Geisterstadt, da dies
die windstille Alternative zum Abendlicht darstellt. Nach ausgiebigem Besuch geht
es weiter zum Hafenort Lüderitz am Atlantik, der durch seine herrlichen Jugendstil-Bauten
besticht. Sehenswert sind vor allem die Innenstadt mit Goerke-Haus am Diamantberg,
die Felsenkirche, die Waterfront und das mehr als 500 Jahre alte Steinkreuz portugiesischer
Seefahrer. Auf dem Weg zum Dias Point passieren wir nahe der Second Lagoon eine
karge Felslandschaft mit hohem Aufkommen diverser seltener Vogelarten. Nach dem
Sonnenuntergang am Meer fahren wir wieder zurück nach Aus.
Tag 5 - 2. Oktober 2008 (Donnerstag)
Wir fahren weiter in Richtung Sesriem zu einem absoluten Highlight dieser Tour,
Sossusvlei im Namib-Naukluft-Park. Die angeblich höchste Düne der Erde in der
ältesten Wüste ist ein einmaliges Erlebnis. Frühzeitiger Einlass zum Sonnenaufgang
und das Recht, bis Sonnenuntergang zu bleiben, werden angeblich für eine Aufzahlung
zum normalen Eintrittspreis gewährt, was wir natürlich für den morgigen Tag nutzen
werden. Heute unternehmen wir Ausflüge in die Umgebung, z. B. zum Sesriem Canyon.
Ein Flug mit einer Chesna über die Dünen kann für die Abendstunden gebucht werden,
bitte bei der Anmeldung bei Wunsch ankreuzen.

Tag
6 - 3. Oktober 2008 (Freitag)
Sossusvlei
pur von morgens bis abends, inklusive der berühmten Düne 45, Sossusport (fotogener
Überblick über das Tal) und Fußmarsch zum Dead Vlei und Hidden Vlei. Achtung:
Träger von Kontaktlinsen sollten hier in der Wüste auf jeden Fall einer Ersatzbrille
den Vorzug geben, also bitte auf die Tour mitnehmen!

Tag
7 - 4. Oktober 2008 (Samstag)
Nach
dem Frühstück brechen wir auf, entlang der Naukluft-Berge über Büllsport, Solitaire,
über den Kuiseb-Pass und durch den Kuiseb-Canyon sowie dem absoluten Nichts der
Namib-Wüste und der Hafenstadt Walvis Bay zu unserem heutigen Endziel Swakopmund,
einem kaiserlich-deutschen Freilichtmuseum.
Tag 8 - 5. Oktober
2008 (Sonntag)
Von Swakopmund aus
fahren wir nach dem Frühstück am Atlantik entlang nach Cape Cross, wo sich neben
dem Steinkreuz auf dem Felsen im Meer eine große Robbenkolonie niedergelassen
hat (rund 200.000 Tiere). Die Gerüche dort sind zwar äußerst gewöhnungsbedürftig,
doch sollten wir uns davon nicht abhalten lassen, dem turbulenten Treiben der
Tiere zuzusehen. Abends geht es wieder zurück nach Swakopmund.
Tag
9 - 6. Oktober 2008 (Montag)
Heute
geht es zum "Matterhorn Namibias" - der Spitzkoppe - einem 1759 m hohen schroffen
und in den Himmel ragenden Felsen, an dessen Fuß es zahlreiche Felsenbilder gibt.
Außerdem besuchen wir Bull's Party, zu runden Kugeln zerfallene Felsen, die an
Größe und Perfektheit kaum anderswo zu finden sind.
Tag 10 - 7. Oktober 2008 (Dienstag)
Da wir uns heute zum absoluten Höhepunkt der Reise aufmachen, müssen wir leider
einige interessante Plätze Namibias außer Acht lassen und fahren stattdessen über
Karibib und Otjiwarongo bis zum Etosha National Park. Von allen Kreaturen bietet
dieses Gebiet, mit 23.000 km² etwas größer als Hessen, fast alles im Überfluss.
Neben den "Big Five" (Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard und Büffel) sind 114 Säugetierarten
und rund 300 verschiedene Vogelarten hier heimisch. Im allgemein zugänglichen
Teil des Parks stehen insgesamt 1.000 km Straßen und Pisten zur Verfügung, die
im eigenen Auto gefahren werden dürfen; die Straßen sind zwar nicht geteert, doch
überwiegend in gutem Zustand. Dennoch sollte man nie schneller als mit 30 km/h
unterwegs sein, um nichts zu übersehen - wir haben ja Zeit! Drei große Camps liegen
im Abstand von rund 70 km am Südrand der Etoscha-Pfanne: Namutoni, Halali und
Okaukuejo. Sie sind zwar nicht so luxuriös wie die großen Hotels außerhalb des
Nationalparks, dafür sind wir "mittendrin"! Unser Nachtlager Okaukuejo bietet
sogar eine im Dunklen beleuchtete Tränke, die gegen Abend gewöhnlich von allerlei
Tieren bevölkert wird.

Tag 11 - 8. Oktober 2008 (Mittwoch)
Wir sollten uns schon früh morgens auf Pirsch durch den Etosha National Park begeben.
Der Etosha Lookout ist die einzige Stelle im Park, in der man ca. 1,5 km in die
Pfanne hineinfahren kann. Außerdem steuern wir diverse Wasserlöcher an, da hier
die Ansammlung von verschiedensten Tierarten am wahrscheinlichsten ist (Gemsbokvlakte
und Olifantsbad garantieren fast immer ausgezeichnete Tierfotos). In der Nähe
des östlichen Parkeingangs liegt mit Kalkheuwel die beste Wasserstelle in dieser
Gegend, nirgends kommt man so nahe an die Tiere heran. Interessant ist vor allem
auch die Gegend um das Wasserloch Goas (gehört zu den attraktivsten Plätzen im
Park).
Tag 12 - 9.
Oktober 2008 (Donnerstag)
Zum Sonnenaufgang
treffen sich alle, die Lust zum erneuten frühen Aufstehen haben, wieder am Wasserloch
zum Fotografieren und Beobachen. Leider müssen wir uns dann nach dem Frühstück
so langsam vom Etosha National Park verabschieden und fahren zurück über Outjo
und Otjiwarongo nach Okahandja, wo unter anderem einheimische Schnitzer ihre Waren
anbieten. Unsere letzte Nacht in Namibia!
Tag
13 - 10. Oktober 2008 (Freitag)
Rückflug
um 19.00 Uhr. Bevor wir jedoch die Mietwägen zurückgeben und einchecken müssen,
können wir uns erneut Windhuk widmen und noch etwas durch die Stadt bummeln.
Tag
14 - 11. Oktober 2008 (Samstag)
Ankunft
in Frankfurt um 5.55 Uhr morgens.
Fotos:
© Sigrid Wolf-Feix